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Freitag, 27. September 2013

Die Wildpferde im Merfelder Bruch

Nur einige Kilometer westlich der kleinen Stadt Dülmen lebt dort im Merfelder Bruch schon seit hunderten von Jahren eine Herde von etwa 350 bis 400 Wildpferden, seit dem 19. Jahrhundert im Besitz der Herzöge von Croy.
Es ist die letzte in Europa "frei" lebende Wildpferdeherde.
Frei ist deshalb mit Einschränkung zu verstehen, weil durch die kulturelle Nutzung den Tieren natürlich ein begrenzter Lebensraum zur Verfügung steht, denn ansonsten würden sie nach und nach in unsere landwirtschaftlich genutzten Flächen einwandern. Und genau genommen besteht die Herde aus vielen kleinen Herden, die von einer Leitstute angeführt werden. Aber das ist von außen nicht auf den ersten Blick zu erkennen, denn die Leitstuten entscheiden oft ähnlich oder orientieren sich an ihren Kolleginnen. Entscheidet z.B. eine Stute mit ihrer Gruppe in der Wald zu ziehen, weil es vielleicht gerade nach Regen aussieht, sagen sich die andern Leitstuten "okay, die wird's schon wissen" und ziehen mit ihren Herden hinterher. 

Insgesamt steht der Herde ein Areal von knapp 400 ha zur Verfügung.
Ich erzähle euch von diesen Wildpferden, OBWOHL ich selber nicht zwischen die Pferdchen gehen durfte - lediglich ein Besuch am äußeren Gatter ist für Vierbeiner möglich.
Aber auch das ist lohnenswert und ist - gegen kleines Geld - immer an den Wochenenden von Ende März bis Anfang November möglich.
Und da meine Tippse meint, dass Die Dülmener Wildpferde zu den
UNBEDINGT SEHENSWERTEN Dingen im Münsterland gehören,
zeigt sie euch hier ein paar Fotos - OHNE MICH !
Geplant ist aber unbedingt in nächster Zeit ein weiterer Besuch und dann darf auch ich mitgehen.

Das Résumé meiner Tippse:
Die Wildpferdeherde strahlt unglaublich viel Ruhe aus, wenn man sie da so auf ihren Flächen antrifft.
Kein Vergleich mit dem wilden Auftrieb, der einmal im Jahr im Mai zum Einfangen der männlichen Jährlinge dient, die nicht in der Herde verbleiben können, da ansonsten in viele kleine Herden mit Leithengsten entstehen würden, die sich gegenseitig nicht dulden.
Meine Tippse will übrigens unbedingt beim nächsten Mal einen Klappstuhl mitnehmen, um diese Ruhe noch besser genießen zu können - von wegen Tiefenentspannung und so
(okay, war nur ein Scherz, wäre aber super schön).

Ab und zu entscheidet sich eins der Pferde für ein Sandbad an geeigneter Stelle, oder eine der Leitstuten zieht mit den Ihren an einen Platz, der besseres Gras verspricht.
Und eine kleine Gruppe, weiter entfernt, legte schließlich doch noch einen kleinen "Zwischenspurt ein.




Die Tiere interessieren sich so gut wie gar nicht für die Zweibeiner, die sich völlig unbehelligt auch mitten in der Herde bewegen können.
Das geht natürlich nur im Rahmen einer Führung und dann ohne Vierbeiner, weswegen ich ja auch draußen bleiben musste.
Da die Tiere - mit minimalen Einschränkungen - keine Einwirkung durch den Menschen erfahren haben, reagieren sie nicht so, wie die Pferde auf unseren Weiden.
Ausgestreckte Arme, die dazu führen, dass Pferde in Menschenhand neugierig zum Zaun kommen, in Erwartung von Leckereien, kennen sie nicht. 
Sie ignorieren sie Zweibeiner einfach und halten lediglich einen "Sicherheitsabstand" von einigen Metern ein. 
Anfassen lassen sie sich nicht. Lediglich ein junges Fohlen war ein wenig neugieriger und kam kurz etwas näher, um zu sehen, welche sonderbaren Weidegenossen da herumlaufen.


Wenn man sich etwas Zeit nimmt, kann man erkennen dass die Herde aus vielen kleinen Herden mit jeweils einer Leitstute besteht. Die kleinen Herden bestehen aus bis zu 10 Tieren, je nach Qualität der Leitstute. Im Gegensatz zu männlich geführten Herden bleiben aber diese Kleingruppen recht eng beieinander, so dass sie wie eine große Herde wirken.

Na Ja, ihr seht schon, meine Tippse war hin und weg von dieser Herde und ganz sicher war das nicht der letzte Besuch dort.
Man könnte hier noch so viel mehr erzählen, aber dass sprengt hier den Rahmen. 
Wen's interessiert, der erfährt hier noch mehr.





LG, Enya


Samstag, 27. Juli 2013

Invasion der Schnirkelschnecken, Teil I


Mein letzter Post liegt nun schon ein Weilchen zurück - manche Geschichten brauchen eben ein wenig Zeit !
Ihr ahnt ja gar nicht, was hier in den letzten Wochen los war !


"Wir haben neue Haustiere ! ! ! ! ! ! "
juchzte Minifrauchen kürzlich gut gelaunt durchs Haus.

WIE BITTE ? ! ? ! ? !
ALARM ! ! !

Meine Vormachtstellung ist gefährdet ! ? ! ? 

Stolz zeigte sie mir ein seltsames Ding mit grünen Beinen dran.
"Kannst du sie sehen ? Darin wohnen Sie ! ", flötete sie. 
Häää ? ? ?
Ich verstand erstmal nur Bahnhof.
Und dann: Entwarnung - zwei unscheinbare kleine Schnecken.
Eher der klassische Happen für zwischendurch.

SOWAS macht MIR doch keine Konkurrenz !

Okay, sie haben eine schick eingerichtete kleine Schneckenvilla bekommen . . . ,
mit einem Namenschildchen dran, . . . 
"Manfred und Kurt", stand da drauf.

Für interessierte Schneckenkundler: 
Der Manfred (auf dem Bild vorne) ist eine Bernsteinschnecke (Succinea putris) 
und der Kurt eine Schnirkelschnecke (Arianta arbustorum)

Kaum zwei Tage im Haus, in denen sich die zwei durch diverse Salatblätter und Möhrenscheibchen gefräßt hatten, hatte der Manfred dann doch tatsächlich mit dem Eierlegen begonnen. Minifrauchen erwischte ihn auf frischer Tat, als er einen schleimigen Klumpen absonderte und dann links liegen ließ. Ihr werdet jetzt sagen, der Manfred ist aber doch ein Kerl. 
Recht habt ihr - und eben auch nicht.
Denn trotz seines  Namens ist das bei den Schnecken kein Problem, sind sie doch beiderlei Geschlechts - wie praktisch. 
Da hat der kleine Kerl doch tatsächlich ein bewegtes Vorleben geführt  . . . 

Meine Tippse musste das Schleim-Dings in ein neues Einmachglas überführen, vermessen und natürlich fotografieren. 
Das ganze Gelege war nur etwa 5 mm groß, entsprechend maß ich dem Ganzen zunächst ebenso geringe Bedeutung bei.

Einige Tage später hatte auch Kurt sich eines größeren Eierhaufens entledigt. Ebenso klein und unbedeutend glibberig, ähnlich dem von Manfred, die kleinen Eierchen vielleicht ein bisschen ordentlicher eingeschleimt, als die von Manni.

Na super! Da waren die beiden doch tatsächlich im Begriff, sich hier ordentlich auszubreiten.
So langsam wurde die Sache unheimlich !
Zwei Eierhaufen, zwei Einmachgläser.
Ich erwischte mich dabei, von einer Invasion von Schnirkelschnecken zu träumen und glaubt mir, ich war ehrlich beunruhigt !

Ein, zwei Tage später beruhigte sich die Lage aber wieder:
Manfred und Kurt gingen schleimten wieder ihrer Wege, da Minifrauchen versprochen hatte, sie nach einiger Zeit wieder in die Freiheit zu entlassen und die beiden Einmachgläser mit den schleimigen Hinterlassenschaften standen mehr oder minder unbeachtet auf der Fensterbank.
Da ahnte ich ja noch nicht, dass die zwei sich damit lediglich auf gaaaanz geschickte Art und Weise ihren Vater-/Mutterpflichten entziehen wollten.

Genau 18 Tage nach der Eiablage war es dann soweit.
Kleine weißliche Stippen in Mannis Einmachglas ! ! !
Gerade einmal 1 mm groß, aber durchaus beweglich.

Das Makroobjektiv meiner Knipsografin brachte es an den Tag:
Die beweglichen kleinen Stippen waren süße, schleimige, fast noch durchsichtige kleine Bernsteinschnecken mit niedlichen schwarzen Augen. 
Die Stippen schlüpften aus Manfreds Eierhaufen und schleimten dann schnell davon.


An den am unteren Bildrand noch so gerade zu erkennenden Strichen der Millimeterskala könnt ihr erkennen, wie winzig die "Dinger" direkt nach dem Schlüpfen sind.
Die Augen fand Minifrauchen allerdings unwiderstehlich 
- was sie sonst nur über meine sagt 

Mindestens zwei Tage lang schlüpften dann noch immer neue Stippen aus dem Eierhaufen.
Minifrauchen versuchte sie zu zählen: Etwa 20 Stippen war das Ergebnis.

20 Stippen macht 20 Bernsteinschnecken, Leute ! ! !
Wisst ihr was das bedeutet ????
Da war sie, die Schneckeninvasion !

Kurts Schleimhaufen brauchte nur insgesamt 16 Tage um ebenfalls weißliche Stippen hervorzubringen - Schnirkelstippen sozusagen, 
ein bisschen weißlicher, auch nur etwa 1 mm groß, ebenso beweglich, wenn auch nicht ganz so zahlreich.

Etwa 15 Schnirkelstippen, macht 15 Schnirkelschnecken !

Die Invasion nimmt Fahrt auf!

Gaaaaanz ruhig habe ich mir gesagt, 35 kleine Stippen in Einmachgläsern sind doch keine Gefahr für einen ausgewachsenen Familienhund, der ja nun wirklich schon  E I N I G E S  erlebt hat.

Aber glaubt mir, von nun an beobachte ich argwöhnisch, wenn die kleinen Stippen mit Salat und Möhrchen versorgt und alle paar Tage vermessen werden. 

Wie wird es nun weitergehen ?
Werde ich auch die Invasion der Schnirkelschnecken überstehen ?
Werden demnächst die Schnecken in unserem Haus das Sagen haben ?

Wenn ihr wissen wollt, wie es weitergeht und wie ich die Schneckenplage wieder los werde, . . . 


. . . dann müsst ihr euch noch ein bisschen gedulden, denn momentan sind die lieben Kleinen noch mit ihrem Einmachglas und einem Blatt Salat zufrieden.

Aber! Ich ahne schon jetzt, dass das nicht so bleiben wird!



LG, Enya


Freitag, 14. Juni 2013

Babyalarm im Zoo!

Besuch im Allwetterzoo Münster -
und wo man auch hinschaut, überall süße kleine Tierkinder.

Okay, fast überall, so manch einer hat sich lieber ein ruhiges Plätzchen gesucht und hält sich ganz aus der Kinderbetreuung heraus.
Er zum Beispiel: Papa Löwe hat sich einen Platz direkt hinter der "Besucherscheibe" ausgesucht, um sein Nickerchen zu halten. Er braucht sich derzeit nicht mit Nachwuchs herumzuschlagen . . . ???


Oder er hier: Herr oder Frau Kegelrobbe räkelt sich gemütlich in sicherem Abstand von Familie und Publikum.

Und Herr oder Frau Gepard liegt im Gras, schaut nur ab und zu mal zum Besuch herüber und gönnt sich gerade eine Auszeit vom 5-fachen Nachwuchs, der im April zur Welt kam, sich aber heute den Besuchern nicht zeigen wollte.

Die meisten anderen allerdings sind voll und ganz mit ihrem Nachwuchs beschäftigt.
Das Highlight dieser Tage im münsteraner Zoo ist der kleine Nashornjunge, der am 23. Mai das Licht der Welt erblickt hat und sich mit seiner Mutter Jane noch im Nashornhaus aufhält:
 Fast 1300 Namensvorschläge sind bislang eingegangen, aus denen ein Gremium nun in den nächsten Tagen den schönsten aussuchen darf. 

Er ist schon süß, der kleine hornlose Brocken, der schon bei seiner Geburt etwa 60 kg auf die Waage brachte!


Nicht weit entfernt schaut das "kleine" Trampeltier Lily, geboren am 17.02. 2013 erwartungsvoll in die Welt . . .

. . . während Onkel oder Tante Trampeltier breit zu grinsen scheint, . . .

. . . vielleicht wohl wissend, dass sich Mama Trampeltier gerade etwas "unschicklich" in der Sonne räkelt.
Tja, so ist das mit der lieben Verwandtschaft, die kann man sich bekanntlich ja nicht aussuchen!

Am 26.03.2013 kam ein Netzgiraffen-Baby zur Welt, bei dem man sich laut Aussage des Zoos zu 95% sicher ist, dass es sich um ein "kleines" Mädchen handelt, wenn man bei 175 cm Geburtsgröße überhaupt noch von klein sprechen kann:


. . . na gut, Mami ist natürlich noch ein ganzes Stück größer.

Auch die Storchenfamilien im Zoo freuen sich über ihren Nachwuchs und zeigen ihn geradezu auf dem "Präsentierteller". Hier bespaßen Mama und Papa Storch gleich zwei Junge:

Bei Familie Stockente muss man dagegen schon genauer hinschauen und offensichtlich hat die Mama schon Probleme, die Kleinen zusammenzuhalten:
 Während zwei von ihnen sich gehorsam bei Mami am Nest einfinden, hat der dritte Jungvogel seinen Spaß am Schwimmen entdeckt und denkt gar nicht daran, der Mama zu folgen.

Diese zwei kleinen Hände gehören dem Nachwuchs bei den Orang-Utans. 
Dabei gehört Mama Nonja mit 35 Jahren unter den Orangs auf jeden Fall zu den Spätgebährenden und hatte ihr letztes Baby vor 17 Jahren. Das Baby kam völlig überraschend am 08.Mai zur Welt und niemand hatte die Schwangerschaft bemerkt.

. . . und er, oder sie? muss sich schon ganz schön festhalten, denn Mama Nonja klettert unbeirrt in schwindelerregenden Höhen herum, . . .


. . . während sich der Papa am Boden sitzend um das Wesentliche kümmert ;) 

Das sind natürlich noch nicht einmal alle Jungtiere, über die sich der Zoo derzeit freut. Nachwuchs gab es ebenfalls bei den Elefantenantilopen, Zwergseidenäffchen, Rüsselspringern, Goldkatzen Springböcken, Warzenschweinen, den Gorillas und einigen mehr. 

Ich durfte nur als Zaungast zuschauen, aber ganz ehrlich? Die Nachwuchskiste scheint unterm Strich ziemlich anstrengend zu sein und auf das Orang-Utan Grünzeug bin ich sowieso nicht scharf.

Da waren meine Halluzinationen neulich im Frankenhof schon anregender.
Ihr erinnert euch?? Ich sag' nur "Speckröllchen" . . .
Trotzdem habe ich mir vorgenommen, beim nächsten Mal unbedingt die Fütterung der Löwen anzuschauen, da fällt vielleicht auch für mich ein Stückchen ab. 
Vegetarier werden das ja wohl nicht sein . . .



LG, Enya






Montag, 20. Mai 2013

Frankenhof - Spezial

Wir waren mal wieder im Frankenhof, einem Wildpark im Münsterland, den wir schon öfters heimgesucht haben.
Aber dieser Besuch war irgendwie ganz anders, als sonst, . . . das muss an Pfingsten gelegen haben. Auf jeden Fall war an diesem sonnigen Sonntag nicht nur der Heilige Geist unterwegs!

Seht selbst:

Schon die Begrüßung  fiel sehr unterschiedlich aus.
Während es die einen mit einer galanten Verbeugung bewenden ließen,

wirkten andere ein wenig desinteressiert, . . .

. . . wieder andere sogar genervt:
 Einige (wenige) waren dagegen völlig verzückt von meiner Anwesenheit:
Ich nehme an diese Schnee-Eule hatte heute nicht nur Stubenküken zum Frühstück,
oder habe ich etwa schon Halluzinationen, weil Minifrauchen zu oft diese Tanzsendung auf RTL geschaut hat ???

Egal ! Auch der Rest der Bewohnerschaft hatte heute auch wohl eher Haschkekse anstelle von Kraftfutter gefressen.
Da gab es welche, die nicht einmal das Toilettenhäuschen gefunden haben, . . .

. . . und solche, die ihre "Bessere Hälfte" als Ziegen beschimpften:
Diese Ente konnte sich so schnell schütteln, dass sie fast unsichtbar wurde:

 und andere wiederum verwechselten ihren Lebenspartner mit einem dicken Baum:
Aber wegen den paar Möhren konnten die doch nicht alle so schräg 'drauf sein . . .
Lecker sieht's schon aus - aber hier gibt's doch sicherlich noch 'was Besseres!
So mancher Anblick inspirierte mich ja schon . . .
. . .
Oder diese süßen, kleinen Dinger:

. . . ein echt leckerer Anblick:
Aber irgendwie habe ich am heutigen Tag wohl immer
auf der falschen Seite des Zauns gestanden . . .
. . . und wohl überall nur Gespenster gesehen!

Vielleicht habt ihr ja am Pfingstwochenende ein bisschen mehr Glück gehabt und nicht nur "Geister" gesehen!


LG, Enya